Schmuck aus Halbedelsteinen

Dem Zauber der Edel- und Halbedelsteine konnten sich die Menschen seit jeher nur schwer entziehen. Die Jäger und Sammler der jüngeren Altsteinzeit trugen schöne Exemplare als Schmuck und fertigten in der Mittelsteinzeit aus Bergkristall und Jaspis Pfeilspitzen.

In der Jungsteinzeit wurde im Osten mit Obsidian reger Handel getrieben. Aus diesem Stein stellte man Schmuck und Spiegel her. In der Antike hatten Smaragde, Rubine, Saphire, Beryll und Bernsteine einen hohen Wert. Den Wert der Steine bestimmten vor allem ihre Seltenheit, oder eben Häufigkeit. Ein ebenfalls wichtiges Kriterium ist die Reinheit und Farbintensität eines Steines. Erst das Schleifen bringt einen Edelstein und seinen Wert erst wirklich voll zur Geltung.

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Die Bearbeitung der Steine

Sägen

Nach der Auswahl des Rohmaterials wird der Stein zersägt. Dabei wird mit geschultem Blick die Beschaffenheit des Steines geprüft. Steine sind in ihrer Form sehr unregelmässig und verstecken manchmal Einschlüsse, die während des Schleifens brechen könnten. Daher werden nur die robusten Teile zur Weiterverarbeitung ausgewählt.

 

Ebouchieren

Der zweite Arbeitsgang wird an der Wasserschleife mit Silizium-Karbidscheiben durchgeführt, um den Stein grob zu formen. Diesen Arbeitsgang nennt man “ebouchieren”.

 

Facettieren

Im dritten Arbeitsgang werden die Steine fein geschliffen und bekommen ihre endgültige Form. Dies nennt man den Facettenschliff. Das geschieht mit Hilfe eines Sandstein-Schleifsteines.
Während dieser sich dreht, läuft permanent Wasser über den Schleifstein, um die Kühlung des Materials zu gewährleisten und eine starke Staubentwicklung zu verhindern. Mit jeder zusätzlicher Facette wird ein Stein noch mehr geedelt, denn auf jeder einzelnen Facette spiegelt sich das Licht. Ein Brilliant beispielsweise muss mindestens in 57 Facetten geschliffen werden.

 

Polieren

Der letzte Arbeitsgang ist das Polieren. Hier finden verschiedene Techniken und Materialien ihre Verwendung. bei zerbrechlichen Materialien verwendet man Filz. Bei robusteren Steinen setzt man Kork zum Polieren ein.