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Glas
Wer sich in der Antike Geschirr aus Glas leisten konnte, gehörte zur wohlhabenden Schicht. Glas war teuer. Als Hitzequelle für die Glasherstellung, nutzte man entweder spezielle Holzöfen, die man mit einem Blasebalg antrieb, mit einer kleinen Öffnung oben, oder man trieb spezielle Öllampen mit Hilfe eines Blasebalgs auf Höchstleistungen.
Glasperlenschmuck wurde gerne als schützender Talisman getragen. Im Osten und bei den Kelten waren es die Augenperlen. In der gallorömischen Zeit wurden diese in Mitteleuropa von blauen Melonenperlen abgelöst, die ursprünglich Pferdegeschirr zum symbolischen Schutz der Tiere zierten und später von den Menschen getragen wurden. Wer Glasperlen besass, konnte damit auch bezahlen. Kostbare Glasperlen wurden sogar mit Gold aufgewogen.
Glas wurde aus Quarzgestein und geringen Mengen von Meerespflanzenasche und Kreide hergestellt. Das Quarzgestein wurde zerkleinert und in Krügen gebrannt. Dieses Rohglas wurde als Handelsware zu den Handwerkern verschifft, wo es weiter verarbeitet wurde. Jeder Glasfarbikant hatte seine kleinen Geheimnisse. Diesen oblag strengster Schweigepflicht.
In der Mitte des 15. Jahrhunderts traten die Venezianer als Meister der Glaskunst hervor. Diese schafften es nämlich das kristallklare Glas (crystallo) zu entwickeln. Hier erfüllte sich der klassische Unternehmertraum, nämlich etwas zu erfinden, das alle Welt haben will und somit grossen Reichtum zu erlangen.
Fensterglas war im Mittelalter ein Luxus, den sich nur der Hoch- und Kirchenadel leisten konnte. Erst im späten Mittelalter konnten sich gutbetuchte Bürger an einer eigenen Fensterscheibe erfreuen.
In Mitteleuropa arbeiteten im 18. Jahrhundert Köhlereien, Glashersteller und Pottaschesiedereien stets in unmittelbarer Nähe zueinander. Zur Herstellung von Glas benötigt man Quarzsand (Siliziumdioxid), Kalk, Soda und Pottasche. Kalk, Soda und Pottasche werden als Stabilisatoren eingesetzt, welche die Härtung des Glases bewerkstelligen.
Museum
Glasi in Hergiswil Die Glasi in Hergiswil hat so einiges für Besucher zu bieten. Nach telefonischer Voranmeldung (041 632 32 32) kann eine Gruppe ab 10 Personen, 1 1/2 Stunden lang in der Welt der Glasherstellung mit spannenden Ausstellungen verweilen. Experimentierfreudige können sich in der Kunst des Glasblasens üben.
Öffnungszeiten Montag-Freitag 09.00 - 18.00 Uhr Samstag 09.00 - 16.00 Uhr Sonntag geschlossen. www.glasi.ch/
Glasmuseum Romont FR VITRO MUSEE Musée suisse du vitrail et des Arts du Verre
In diesem Museum kann man in der umfangreichen Sammlung die Geschichte und die Vielfalt des Glases entdecken. Eine verführerische Welt für sich, deren Zauber man sich nur schwer entziehen kann.
Adresse: au Château 1680 Romont 026 652 10 95 www.vitromusee.ch
Öffnungszeiten Sommersaison 2009 bis November 2009 Dienstags bis Sonntags 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr
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